Warum sind die Stunden so "teuer"?

„60 € für eine Stunde? Das ist aber ganz schön viel.“

Vielleicht hast du diesen Gedanken schon einmal gehabt.

Vielleicht hast du ihn sogar ausgesprochen.

Und ehrlich gesagt: Ich kann ihn verstehen.

Denn wenn man von außen auf eine pferdegestützte Einheit schaut, sieht man vielleicht eine Person, ein Pferd, eine Wiese und 45 oder 60 Minuten gemeinsame Zeit.

Und dann wirken 60 € oder mehr auf den ersten Blick vielleicht viel.

Aber genau hier beginnt die Geschichte, die man von außen nicht sieht:

Du bezahlst nicht nur die Zeit mit dem Pferd.

Eine pferdegestützte Einheit beginnt nicht in dem Moment, in dem du auf den Hof kommst. Sie beginnt viel früher mit der Vorbereitung.

Mit den Fragen:

  • Was braucht dieser Mensch heute?
  • Was passt zu seinem Alter?
  • Was zu seinen Erfahrungen?
  • Wo liegen vielleicht Unsicherheiten?
  • Was könnte heute gut tun?
  • Welche Übung ist sinnvoll?
  • Was kann das Pferd leisten – und was nicht?

Gerade bei meinen individuellen Angeboten für Kinder ist keine Einheit einfach „eine Stunde Pferd“. Jedes Kind bringt seine eigene Persönlichkeit, seine eigenen Bedürfnisse und sein eigenes Tempo mit. Deshalb plane ich nicht einfach eine fertige Stunde, die ich jedem Kind gleich anbiete.

Ich schaue hin.

Ich passe an.

Ich beobachte.

Und manchmal wird aus dem, was ursprünglich geplant war, etwas ganz anderes.

Denn genau das ist für mich gute pferdegestützte Arbeit.

Und dann ist da das Pferd.

Mein Pferd ist kein Arbeitsgerät.

Und auch keine schöne Dekoration für eine besondere Stunde.

Amsel und auch die anderen Pferde sind fühlende Lebewesen mit eigenen Bedürfnissen, Grenzen und einer eigenen Tagesform.

Das bedeutet für mich: Auch sie bekommen Pausen. Sie dürfen Nein sagen. Sie müssen nicht funktionieren.

In der pferdegestützten Arbeit ist diese Freiwilligkeit ein wichtiger Bestandteil: Pferde sollen nicht einfach über ihre Signale hinweg eingesetzt werden. „Entspannen mit Pferden“ beschreibt genau diesen Gedanken und betont, dass Pferde eigene Bedürfnisse und Grenzen haben und diese ernst genommen werden müssen.

Und genau das gehört für mich zum Preis dazu.

Nicht nur die Zeit, in der du mit Amsel zusammen bist.

Sondern auch die Verantwortung dafür, dass es für Mensch und Pferd ein gutes Erlebnis ist.

Was du nicht siehst

Zu der Einheit gehören unter anderem:

  • Vorbereitung der Einheit
  • Versorgung und Haltung des Pferdes
  • Fachwissen und Weiterbildung
  • Versicherungen und Sicherheitsmaßnahmen
  • Material und Ausstattung
  • Terminplanung und Kommunikation
  • Nachbereitung
  • Organisation und Marketing
  • Pflege und Instandhaltung der Umgebung
  • Wetter- und Ausfallrisiken
  • Steuern und weitere betriebliche Kosten

Genau dieser Punkt wird in der pferdegestützten Branche häufig unterschätzt. „Entspannen mit Pferden“ weist bei der Preisgestaltung ebenfalls darauf hin, dass Pferdehaltung, Versicherungen, Fortbildungen, Material, Marketing, Urlaub, Krankheit, Ausfallzeiten sowie Vor- und Nachbereitung in einen tragfähigen Preis einfließen müssen.

Eine Stunde auf der Rechnung bedeutet deshalb nicht automatisch:

„Eine Stunde Arbeit.“

Aber warum dann nicht einfach günstiger?

Das ist eine berechtigte Frage.

Natürlich könnte ich meine Preise niedriger ansetzen.

Ich könnte sagen: „Ach, ich nehme nur 30 € – dann können es sich mehr Menschen leisten.“ Das klingt im ersten Moment schön. Aber langfristig funktioniert es nicht.

Denn wenn ein Angebot dauerhaft zu günstig kalkuliert ist, muss an anderer Stelle gespart werden. An Zeit. An Qualität. An Weiterbildung. An Material. Oder irgendwann vielleicht sogar am eigenen Pferd oder an der eigenen Energie.

Und genau das möchte ich nicht.

Ein gutes Angebot muss nicht nur für meine Kundinnen und Kunden funktionieren.

Es muss auch für mich wirtschaftlich und langfristig tragfähig sein.

Denn nur dann kann ich diese Arbeit mit Ruhe, Freude und voller Aufmerksamkeit machen.

Ich möchte nicht möglichst viele Menschen durch meine Tür schleusen.

Ich möchte lieber wenige Menschen wirklich gut begleiten. Das ist ein großer Unterschied. Wenn du zu mir kommst oder dein Kind zu mir bringst, sollst du nicht das Gefühl haben: „Jetzt muss ich schnell meine Stunde absolvieren.“

Sondern: „Hier ist Raum für mich.“

Vielleicht brauchst du heute mehr Zeit zum Ankommen.

Vielleicht braucht dein Kind heute fünf Minuten länger, bevor es sich überhaupt in die Nähe des Pferdes traut.

Vielleicht möchte Amsel heute Abstand halten.

Vielleicht entsteht genau daraus eine ganz andere wertvolle Erfahrung.

Pferdegestützte Arbeit lebt häufig von diesen kleinen, nicht planbaren Momenten. Auch „Entspannen mit Pferden“ betont, dass die Qualität nicht unbedingt in spektakulären Übungen liegt, sondern gerade in feinen Reaktionen, Wahrnehmung und Beziehung.

Und dafür möchte ich Zeit haben.

Was du eigentlich kaufst

Du kaufst keine 45 Minuten. Du kaufst auch nicht „ein bisschen Pferd“. Du kaufst einen geschützten Raum.

Einen Raum, in dem du oder dein Kind:

  • zur Ruhe kommen darf
  • einem Pferd begegnen darf
  • Vertrauen entwickeln darf
  • Neues ausprobieren darf
  • eigene Grenzen wahrnehmen darf
  • sich selbst anders erleben darf

Und vielleicht gehst du am Ende nicht einfach mit dem Gedanken: „Das war eine schöne Stunde mit einem Pferd.“

Sondern: „Ich habe heute etwas über mich gelernt.“

Oder dein Kind sagt: „Mama, ich hatte erst Angst. Und dann habe ich es doch gemacht.“

Und genau solche Momente sind für mich der Grund, warum ich diese Arbeit mache.

Was bedeutet also „teuer“?

Teuer bedeutet für mich nicht automatisch: „Der Preis ist hoch.“

Teuer wäre für mich, wenn ein Angebot seinen Preis nicht wert wäre.

Wenn jemand schnell etwas verkauft, ohne sich Gedanken über die Qualität zu machen. Wenn ein Pferd funktionieren muss. Wenn Individualität nur auf der Angebotsseite steht. Wenn 45 Minuten immer gleich aussehen – egal, wer vor mir steht. Das möchte ich anders machen.

Ich möchte achtsam, individuell und nachhaltig arbeiten.

Mit Menschen.

Mit Kindern.

Mit Pferden.

Und mit der Natur.

Und trotzdem darfst du sagen: „Das kann ich mir nicht leisten.“

Auch das ist völlig in Ordnung. Nicht jedes Angebot passt zu jedem Menschen. Und ich möchte niemanden davon überzeugen, dass er einen Preis bezahlen muss, der gerade nicht in sein Leben passt. Vielleicht ist heute nicht der richtige Zeitpunkt. Vielleicht passt ein Gruppenangebot besser. Vielleicht möchtest du erst einmal bei einer kleinen Auszeit dabei sein. Vielleicht kommst du irgendwann wieder.

Du darfst selbst entscheiden.

Denn mir ist wichtig, dass mein Angebot seinen Wert kennt – ohne dass du dich dafür rechtfertigen musst, wenn es gerade nicht das Richtige für dich ist.

Was hinter dem Preis steckt

Wenn du also das nächste Mal einen Preis für eine pferdegestützte Einheit siehst und denkst: „Wow, ganz schön viel für eine Stunde.“ Dann denk vielleicht kurz daran:

  • Hinter dieser Stunde steht nicht nur eine Uhr.
  • Dahinter stehen ein Pferd, das versorgt werden möchte.
  • Ein Mensch, der Verantwortung übernimmt.
  • Fachwissen, das aufgebaut und regelmäßig erweitert wird.
  • Vorbereitung.
  • Nachbereitung.
  • Versicherung.
  • Material.
  • Infrastruktur.

Und vor allem:

die Entscheidung, diese Arbeit so zu gestalten, dass sie langfristig gut für alle Beteiligten sein kann.

Für dich.

Für mich.

Und für das Pferd.

Denn am Ende wünsche ich mir nicht, dass du nach einer Stunde denkst: „Das war teuer.“

Sondern: „Das war wertvoll.“

Barfuß im Herzen

Vielleicht ist das auch ein Teil dessen, wofür barfuß.wild.frei steht:

Nicht immer das Billigste zu suchen.

Nicht immer mehr, schneller und günstiger.

Sondern bewusster zu wählen.

Was tut mir wirklich gut?

Wofür möchte ich mein Geld ausgeben?

Welche Art von Begegnung möchte ich unterstützen?

Und manchmal ist weniger eben tatsächlich mehr.

Mehr Zeit.
Mehr Raum.
Mehr Verbindung.
Mehr echtes Erleben.

Und vielleicht ist genau das unbezahlbar.

Deine Vanessa

Grafik: entspannen-mit-pferden.com

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